Zwei Genieleben in genialer Aufbereitung – Kehlmanns „Vermessung der Welt“

Wenn ich die Möglichkeit habe, zwischen einem Roman und einem darauf basierenden Film zu wählen, entscheide ich mich für dasjenige Unterhaltungsmedium, das mir kurzweiliger erscheint. Ich vermeide Überlängen, wo ich kann, weil ich grundsätzlich ungerne aufgehalten werde, und das selbst beim Genuss eines „guten“ Buches: Bei „Herr der Ringe“ war … Weiterlesen…

Disney trifft Shakespeare: „Die Unbekannte“ von R. C. Muschler

Niemandem war es je vergönnt zu ergründen, warum das junge, schöne Mädchen sich in der Seine ertränkt hat. Als ihre Leiche aus dem Wasser geholt wurde, trug sie den Hauch eines seligen Lächelns auf ihren Lippen. Der Spekulationsspielraum machte ihre Ikone berühmt, ebenso, wie ihre schicksalhafte Nähe zu Shakespeares Ophelia, … Weiterlesen…

Was macht Kafka bei den Donkosaken? – Tolstois „Der Schneesturm“

Um es vorab richtig zu stellen: Kafka war (meines bescheidenen Wissens) niemals in der russischen Steppe. Aber es scheint, als hätte seine unnachahmliche Handschrift die Feder des russischen Realisten Tolstoi geführt. Da nun Kafka jünger ist als Tolstoi, halte ich es für falsch, Tolstois Erzählung als kafkaesk zu bezeichnen. Und … Weiterlesen…

Was mir ein Baum erzählt – „Chillen für Run – aways – Entspannung für Fort – Geschrittene“ von Bruni Braun

Es ist überraschend, welche alltäglichen Momente unvorhergesehen mit Text versehen sind. Bei einem Waldspaziergang begegnete ich vor kurzem erstmals dem verschriftlichten Pendant zum Latte-auf-die-Hand: Der „Poetry to go“. Das Konzept ist erfrischend einfach: An Bäumen hängen Gedichte, die ihre Leser im Falle von Gefallen abhängen und mitnehmen können, Textkunst als … Weiterlesen…

Das Verschwinden eines Reisenden – Ransmayrs „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“

Ich bin kein Freund des Winters; wenn es bei uns anfängt zu schneien oder zu frieren, verzweifle ich jedes Mal an meinem Unwillen der Kälte gegenüber. Trotzdem fasziniert mich der Gedanke an unsere Pole, wahrscheinlich, weil sie mir beispiellos extrem erscheinen. Stell dir vor, du stehst inmitten einer weißen, grell … Weiterlesen…