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Eines von Vielen.

Disney trifft Shakespeare: „Die Unbekannte“ von R. C. Muschler

Niemandem war es je vergönnt zu ergründen, warum das junge, schöne Mädchen sich in der Seine ertränkt hat. Als ihre Leiche aus dem Wasser geholt wurde, trug sie den Hauch eines seligen Lächelns auf ihren Lippen. Der Spekulationsspielraum machte ihre Ikone berühmt, ebenso, wie ihre schicksalhafte Nähe zu Shakespeares Ophelia, … Weiterlesen…

Metonymie und Metapher als sprachliche Strukturen – Jakobsons: „Zwei Seiten der Sprache und zwei Typen aphatischer Störungen“

Nicht nur zum Verständnis der russischen Realisten kann Roman Jakobsons Aufsatz beitragen. Was sich hochgradig medizinisch anhört, ist längst Standardlektüre für Sprach- und Literaturbegeisterte. Als Leseeinstieg ist es sinnvoll zu klären, was eigentlich mit Metonymie und Metapher gemeint ist. Beide Begriffe entstammen der griechischen Redekunst (wir erinnern uns an den … Weiterlesen…

Was macht Kafka bei den Donkosaken? – Tolstois „Der Schneesturm“

Um es vorab richtig zu stellen: Kafka war (meines bescheidenen Wissens) niemals in der russischen Steppe. Aber es scheint, als hätte seine unnachahmliche Handschrift die Feder des russischen Realisten Tolstoi geführt. Da nun Kafka jünger ist als Tolstoi, halte ich es für falsch, Tolstois Erzählung als kafkaesk zu bezeichnen. Und … Weiterlesen…

Was mir ein Baum erzählt – „Chillen für Run – aways – Entspannung für Fort – Geschrittene“ von Bruni Braun

Es ist überraschend, welche alltäglichen Momente unvorhergesehen mit Text versehen sind. Bei einem Waldspaziergang begegnete ich vor kurzem erstmals dem verschriftlichten Pendant zum Latte-auf-die-Hand: Der „Poetry to go“. Das Konzept ist erfrischend einfach: An Bäumen hängen Gedichte, die ihre Leser im Falle von Gefallen abhängen und mitnehmen können, Textkunst als … Weiterlesen…

Die „Hermeneutik der Faktizität“ – Heideggers „Ontologie“

Ich habe mir angewöhnt, Martin Heidegger „Heidi“ zu nennen. Nicht aus Respektlosigkeit oder um ihn symbolisch zu diskreditieren. Im Gegenteil: Mit dieser eigenwilligen Umbenennung bestehe ich demonstrativ darauf, dass seine Texte zugänglicher sind, als sie erscheinen. Es ist – um an Heidis Sprachgebrauch anzuknüpfen – ein Versuch der Ent-Ängstigung, der … Weiterlesen…

Kinderträume für Generationen: „Die kleine Raupe Nimmersatt“

Ich habe die Geschichte der „Raupe Nimmersatt“ erst als Erwachsene kennengelernt. Dafür habe ich mir umso intensivere Gedanken über die Gründe für ihre Beliebtheit gemacht. Als Kind hätte ich wahrscheinlich einfach die Bilder schön gefunden.Was hat dieses Kinderbuch also an sich, das derart faszinierend auf seine kleinen und großen Leser … Weiterlesen…

Das Verschwinden eines Reisenden – Ransmayrs „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“

Ich bin kein Freund des Winters; wenn es bei uns anfängt zu schneien oder zu frieren, verzweifle ich jedes Mal an meinem Unwillen der Kälte gegenüber. Trotzdem fasziniert mich der Gedanke an unsere Pole, wahrscheinlich, weil sie mir beispiellos extrem erscheinen. Stell dir vor, du stehst inmitten einer weißen, grell … Weiterlesen…

Die Regeln der Interaktion – Garfinkels „Das Alltagswissen über soziale und innerhalb sozialer Strukturen“

„The big bang theory“ hat, wie mir scheint, in den letzten beiden Jahren ein wenig an Popularität eingebüßt, seitdem „Dr. Dr. Sheldon Lee Cooper“ dank seines Mitbewohners Leonard und seiner „Freundin“ (sind sie jetzt eigentlich „richtig“ zusammen?) Amy sozialisiert worden ist. Zumindest habe ich 2012 wesentlich mehr Leute darüber reden … Weiterlesen…

“Alles ist tot” – Dostojewskis “Die Sanfte”

Eigentlich war ich bisher kaum firm mit den Werken russischer Schriftsteller, bis ein impressionistisch wirkendes Einbandbild des Anaconda-Verlages mich angesprochen hat, metaphorisch gesprochen. Auf ihm war in pastellfarbenen Rosatönen die Rückansicht einer eleganten, sitzenden Frau abgebildet, die schön zu sein schien, jung, unschuldig, in jedem Fall ideel. Ohne große Erwartungen … Weiterlesen…